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    Kolonne als "kleines Wahrzeichen"

    MZ 12.04.2017

    20.04.2017

    Langsam hebt sich die Kolonne vom Boden und steigt zwischen Rohrleitungen, noch zu verbauenden Kolonnen und der in Betrieb befindlichen Anlage empor. Sie wird als zweites Teil auf das 46 Meter große Unterteil der Kolonne gesetzt. "Das ist eine logistische Meisterleistung", sagt Ullrich Naujoks, Betriebsleiter der Domo Caproleuna, bewundernd. Der besondere Kran wurde zwischen den Anlagen platziert und hat eine Auslage von 100 Metern. Mit insgesamt 74 Metern wird die Kolonne die höchste der Domo sein, die extra durch ein Stahlgerüst geschützt ist. "Ich glaube, es wird unser kleines Wahrzeichen."

    Dieser Teil der Anlage markiert den sichtbaren Fortschritt diesseits des Zauns im gemeinsamen Projekt mit der Total Raffinerie. Insgesamt 60 Millionen Euro investieren die Unternehmen, um ab Oktober Stoffe austauschen zu können. Die Total Raffinerie wird dann über Rohrleitungen ein Stoffgemisch aus aromatischen und nicht aromatischen Kohlenwasserstoffen zu Domo liefern. Dort wird mit einem Destillationsverfahren Benzol herausgetrennt und nicht aromatischer Kohlenwasserstoff zurück an die Raffinerie gepumpt. Die Höhe der Kolonne, so Naujoks, spielt eine wichtige Rolle. Denn sie sorgt dafür, dass bei der Trennung der Stoffe aus dem flüssigen Stoffgemisch am Ende auch die entsprechende Qualität entsteht. "Die Raffinerie liefert dann 30 bis 40 Prozent unseres jährlichen Benzol-Bedarfs", erklärt Naujoks. Das entspricht 70.000 Tonnen und somit 70 Zügen mit je 18 bis 20 Kesselwagen, auf die Domo in Zukunft verzichten kann und wodurch Transportwege auf der Schiene entlastet werden.

    Darüber hinaus ist es ein wichtiger Schritt in Richtung "Verbunddenken", so Gert Saerens, Leiter der Geschäftsentwicklung bei Domo. Umweltschonend und effizient sollten die Möglichkeiten des Standortes genutzt werden. "Seit 20 Jahren tauschen wir schon Flüssiggase mit der Raffinerie aus", fügt Naujoks hinzu. Seit 2015 werde die Abhitze der Linde AG von Domo genutzt. Nun stammt ein Teil des wichtigen Rohstoffs Benzol ebenfalls aus Leuna. In den Produktionsanlagen des Unternehmens wird es in Polyamid 6 umgewandelt, das später zur Herstellung von extrem dünnen Folien für den Lebensmittel- und den Pharmabereich dient.